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Ausbildung Oberflächenbeschichter/in

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Ausbildung Oberflächenbeschichter/in

R A H M E N L E H R P L A N
für den Ausbildungsberuf
Oberflächenbeschichter/Oberflächenbeschichterin
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.03.2005)

  • 2 -
    Teil I Vorbemerkungen
    Dieser Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule ist durch die
    Ständige Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (KMK) beschlossen wor-
    den.
    Der Rahmenlehrplan ist mit der entsprechenden Ausbildungsordnung des Bundes (erlassen
    vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit oder dem sonst zuständigen Fachministe-
    rium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung) abgestimmt.
    Der Rahmenlehrplan baut grundsätzlich auf dem Hauptschulabschluss auf und beschreibt
    Mindestanforderungen.
    Der Rahmenlehrplan ist für die einem Berufsfeld zugeordneten Ausbildungsberufe in eine
    berufsfeldbreite Grundbildung und eine darauf aufbauende Fachbildung gegliedert.
    Auf der Grundlage der Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans, die Ziele und Inhalte
    der Berufsausbildung regeln, werden die Abschlussqualifikation in einem anerkannten Aus-
    bildungsberuf sowie - in Verbindung mit Unterricht in weiteren Fächern - der Abschluss der
    Berufsschule vermittelt. Damit werden wesentliche Voraussetzungen für eine qualifizierte
    Beschäftigung sowie für den Eintritt in schulische und berufliche Fort- und Weiterbildungs-
    gänge geschaffen.
    Der Rahmenlehrplan enthält keine methodischen Festlegungen für den Unterricht. Bei der
    Unterrichtsgestaltung sollen jedoch Unterrichtsmethoden, mit denen Handlungskompetenz
    unmittelbar gefördert wird, besonders berücksichtigt werden. Selbstständiges und verantwor-
    tungsbewusstes Denken und Handeln als übergreifendes Ziel der Ausbildung muss Teil des
    didaktisch-methodischen Gesamtkonzepts sein.
    Die Länder übernehmen den Rahmenlehrplan unmittelbar oder setzen ihn in eigene Lehrpläne
    um. Im zweiten Fall achten sie darauf, dass das im Rahmenlehrplan erzielte Ergebnis der
    fachlichen und zeitlichen Abstimmung mit der jeweiligen Ausbildungsordnung erhalten
    bleibt.

  • 3 -
    Teil II Bildungsauftrag der Berufsschule
    Die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe erfüllen in der dualen Berufsausbildung einen
    gemeinsamen Bildungsauftrag.
    Die Berufsschule ist dabei ein eigenständiger Lernort. Sie arbeitet als gleichberechtigter Part-
    ner mit den anderen an der Berufsausbildung Beteiligten zusammen. Sie hat die Aufgabe, den
    Schülern und Schülerinnen berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer Berück-
    sichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln.
    Die Berufsschule hat eine berufliche Grund- und Fachbildung zum Ziel und erweitert die vor-
    her erworbene allgemeine Bildung. Damit will sie zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf sowie
    zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer und ökologischer Verantwor-
    tung befähigen. Sie richtet sich dabei nach den für die Berufsschule geltenden Regelungen der
    Schulgesetze der Länder. Insbesondere der berufsbezogene Unterricht orientiert sich außer-
    dem an den für jeden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf bundeseinheitlich erlassenen

Ordnungsmitteln:

  • Rahmenlehrplan der Ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (KMK)

  • Verordnung über die Berufsausbildung (Ausbildungsordnung) des Bundes für die betrieb-
    liche Ausbildung.
    Nach der Rahmenvereinbarung über die Berufsschule (Beschluss der KMK vom 15.03.1991)
    hat die Berufsschule zum Ziel,

  • "eine Berufsfähigkeit zu vermitteln, die Fachkompetenz mit allgemeinen Fähigkeiten hu- maner und sozialer Art verbindet

  • berufliche Flexibilität zur Bewältigung der sich wandelnden Anforderungen in Arbeits-
    welt und Gesellschaft auch im Hinblick auf das Zusammenwachsen Europas zu entwi-
    ckeln

  • die Bereitschaft zur beruflichen Fort- und Weiterbildung zu wecken

  • die Fähigkeit und Bereitschaft zu fördern, bei der individuellen Lebensgestaltung und im
    öffentlichen Leben verantwortungsbewusst zu handeln."
    Zur Erreichung dieser Ziele muss die Berufsschule

  • den Unterricht an einer für ihre Aufgabe spezifischen Pädagogik ausrichten, die Hand- lungsorientierung betont

  • unter Berücksichtigung notwendiger beruflicher Spezialisierung berufs- und berufsfeld- übergreifende Qualifikationen vermitteln

  • ein differenziertes und flexibles Bildungsangebot gewährleisten, um unterschiedlichen
    Fähigkeiten und Begabungen sowie den jeweiligen Erfordernissen der Arbeitswelt und
    Gesellschaft gerecht zu werden

  • Einblicke in unterschiedliche Formen von Beschäftigung einschließlich unternehmerischer
    Selbstständigkeit vermitteln, um eine selbstverantwortliche Berufs- und Lebensplanung zu unterstützen

  • im Rahmen ihrer Möglichkeiten Behinderte und Benachteiligte umfassend stützen und fördern

  • 4 -

  • auf die mit Berufsausübung und privater Lebensführung verbundenen Umweltbedrohun-
    gen und Unfallgefahren hinweisen und Möglichkeiten zu ihrer Vermeidung bzw. Vermin-
    derung aufzeigen.
    Die Berufsschule soll darüber hinaus im allgemeinen Unterricht und soweit es im Rahmen des

berufsbezogenen Unterrichts möglich ist auf Kernprobleme unserer Zeit wie zum Beispiel:

  • Arbeit und Arbeitslosigkeit

  • friedliches Zusammenleben von Menschen, Völkern und Kulturen in einer Welt unter Wahrung kultureller Identität

  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage sowie

  • Gewährleistung der Menschenrechte
    eingehen.
    Die aufgeführten Ziele sind auf die Entwicklung von Handlungskompetenz gerichtet. Diese
    wird hier verstanden als die Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen,
    gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und
    sozial verantwortlich zu verhalten. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen
    von Fachkompetenz, Humankompetenz und Sozialkompetenz.
    Fachkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Befähigung, auf der Grundlage fachlichen
    Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet
    und selbstständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen.
    Humankompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Befähigung, als individuelle Persönlich-
    keit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und
    öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu ent-
    falten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst Eigenschaften wie
    Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und
    Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wert-
    vorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.
    Sozialkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Befähigung, soziale Beziehungen zu leben
    und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit
    Anderen rational und verantwortungsbewusst auseinander zu setzen und zu verständigen.
    Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.
    Bestandteil sowohl von Fachkompetenz als auch von Humankompetenz als auch von Sozial-
    kompetenz sind Methodenkompetenz, kommunikative Kompetenz und Lernkompetenz.
    Methodenkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Befähigung zu zielgerichtetem, plan-
    mäßigem Vorgehen bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der
    Planung der Arbeitsschritte).
    Kommunikative Kompetenz meint die Bereitschaft und Befähigung, kommunikative Situa-
    tionen zu verstehen und zu gestalten. Hierzu gehört es, eigene Absichten und Bedürfnisse
    sowie die der Partner wahrzunehmen, zu verstehen und darzustellen.
    Lernkompetenz ist die Bereitschaft und Befähigung, Informationen über Sachverhalte und
    Zusammenhänge selbstständig und gemeinsam mit Anderen zu verstehen, auszuwerten und in
    gedankliche Strukturen einzuordnen. Zur Lernkompetenz gehört insbesondere auch die Fä-
    higkeit und Bereitschaft, im Beruf und über den Berufsbereich hinaus Lerntechniken und
    Lernstrategien zu entwickeln und diese für lebenslanges Lernen zu nutzen.

  • 5 -
    Teil III Didaktische Grundsätze
    Die Zielsetzung der Berufsausbildung erfordert es, den Unterricht an einer auf die Aufgaben
    der Berufsschule zugeschnittenen Pädagogik auszurichten, die Handlungsorientierung betont
    und junge Menschen zu selbstständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsauf-
    gaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigt.
    Lernen in der Berufsschule vollzieht sich grundsätzlich in Beziehung auf konkretes, berufli-
    ches Handeln sowie in vielfältigen gedanklichen Operationen, auch gedanklichem Nachvoll-
    ziehen von Handlungen Anderer. Dieses Lernen ist vor allem an die Reflexion der Vollzüge
    des Handelns (des Handlungsplans, des Ablaufs, der Ergebnisse) gebunden. Mit dieser ge-
    danklichen Durchdringung beruflicher Arbeit werden die Voraussetzungen für das Lernen in
    und aus der Arbeit geschaffen. Dies bedeutet für den Rahmenlehrplan, dass das Ziel und die
    Auswahl der Inhalte berufsbezogen erfolgt.
    Auf der Grundlage lerntheoretischer und didaktischer Erkenntnisse werden in einem pragma-
    tischen Ansatz für die Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts folgende Orientierungs-

punkte genannt:

  • Didaktische Bezugspunkte sind Situationen, die für die Berufsausübung bedeutsam sind (Lernen für Handeln).

  • Den Ausgangspunkt des Lernens bilden Handlungen, möglichst selbst ausgeführt oder aber gedanklich nachvollzogen (Lernen durch Handeln).

  • Handlungen müssen von den Lernenden möglichst selbstständig geplant, durchgeführt, überprüft, gegebenenfalls korrigiert und schließlich bewertet werden.

  • Handlungen sollten ein ganzheitliches Erfassen der beruflichen Wirklichkeit fördern, zum
    Beispiel technische, sicherheitstechnische, ökonomische, rechtliche, ökologische, soziale
    Aspekte einbeziehen.

  • Handlungen müssen in die Erfahrungen der Lernenden integriert und in Bezug auf ihre gesellschaftlichen Auswirkungen reflektiert werden.

  • Handlungen sollen auch soziale Prozesse, zum Beispiel der Interessenerklärung oder der
    Konfliktbewältigung, sowie unterschiedliche Perspektiven der Berufs- und Lebensplanung
    einbeziehen.
    Handlungsorientierter Unterricht ist ein didaktisches Konzept, das fach- und handlungssyste-
    matische Strukturen miteinander verschränkt. Es lässt sich durch unterschiedliche Unter-
    richtsmethoden verwirklichen.
    Das Unterrichtsangebot der Berufsschule richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die sich
    nach Vorbildung, kulturellem Hintergrund und Erfahrungen aus den Ausbildungsbetrieben
    unterscheiden. Die Berufsschule kann ihren Bildungsauftrag nur erfüllen, wenn sie diese Un-
    terschiede beachtet und Schüler und Schülerinnen - auch benachteiligte oder besonders be- gabte - ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend fördert.

  • 6 -
    Teil IV Berufsbezogene Vorbemerkungen
    Der vorliegende Rahmenlehrplan für die Berufsausbildung zum Oberflächenbeschichter/zur
    Oberflächenbeschichterin ist mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Oberflä-
    chenbeschichter/zur Oberflächenbeschichterin vom 26.04.2005 (BGBl. I S. 1149) abge-
    stimmt.
    Der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Galvaniseur/Galvaniseurin (Beschluss der
    KMK vom 08.06.1999) wird durch den vorliegenden Rahmenlehrplan aufgehoben.
    Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde wesentlicher Lehrstoff der Berufs-
    schule wird auf der Beschulung der "Elemente für den Unterricht der Berufsschule im Bereich
    Wirtschafts- und Sozialkunde gewerblich-technischer Ausbildungsberufe" (Beschluss der
    KMK vom 18.05.1984) vermittelt.
    Im Ausbildungsberuf Oberflächenbeschichter/Oberflächenbeschichterin ist im ersten Ausbil-
    dungsjahr eine gemeinsame Grundbildung mit dem Ausbildungsberuf Verfahrensmechani-
    ker/Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik vorgesehen.
    In der beruflichen Grundbildung liegen die Schwerpunkte des Unterrichts bei den Grundquali-
    fikationen zur Metallverarbeitung, der Oberflächenvorbehandlung und dem Umgang mit Be-
    triebs- und Gefahrstoffen.
    Die Lernfelder 5 und 8-11 ermöglichen eine Schwerpunktsetzung nach fachlicher Ausrich-
    tung der Lerngruppe.
    Datenverarbeitung und Fachsprache sind integrative Bestandteile des Unterrichts. Die fremd-
    sprachigen Ziele und Inhalte sind mit 40 Stunden in die Lernfelder integriert.
    Während der gesamten Berufsausbildung ist Problembewusstsein für Fragen der Arbeitssi-
    cherheit und des Umweltschutzes zu entwickeln, insbesondere sind
    • Grundsätze und Maßnahmen der Unfallverhütung sowie des Arbeitsschutzes zur Vermei-
    dung von Gesundheitsschäden zu beachten,
    • Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer von humanen und ergonomischen Gesichts-
    punkten bestimmten Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen,
    • berufsbezogene Umweltbelastungen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung bzw. Vermin-
    derung zu beachten,
    • die Wiederverwertung bzw. sachgerechte Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen durch-
    zuführen sowie
    • Grundsätze und Maßnahmen zum rationellen Einsatz der bei der Arbeit genutzten Res-
    sourcen zu berücksichtigen.

  • 7 -
    Teil V Lernfelder
    Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
    Oberflächenbeschichter/Oberflächenbeschichterin
    Lernfelder Zeitrichtwerte
    in Unterrichtsstunden
    Nr. 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
    1 Oberflächentechnische Verfahren und Anwen- 40
    dungsbereiche analysieren
    2 Werkstücke für verschiedene Beschichtungsver- 80
    fahren vorbereiten
    3 Metallische Werkstücke zur Beschichtung vor- 80
    und nachbehandeln
    4 Nichtmetallische Werkstücke zur Beschichtung 80
    vor- und nachbehandeln
    5 Werkstücke zum Beschichten vorbereiten 80
    6 Werkstücke anwendungsbezogen beschichten 80
    7 Anlagen bedienen, überwachen und warten 60
    8 Sonderverfahren sachgerecht einsetzen 60
    9 Beschichtungsverfahren anwenden und Gesamt- 100
    fertigungsprozesse optimieren
    10 Leiterplatten herstellen 60
    11 Sonderverfahren anwenden und optimieren 60
    12 Umweltschonende Entsorgungstechniken ein- 60
    setzen
    Summen: insgesamt 840 Stunden 280 280 280

  • 8 -
    Lernfeld 1: Oberflächentechnische Verfahren und 1. Ausbildungsjahr
    Anwendungsbereiche analysieren Zeitrichtwert: 40 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden verschiedene Arten von Beschichtungsverfah-
ren und ordnen diese typischen Anwendungsbereichen zu. Sie kennen die vielfältigen Auf-
gaben von Beschichtungen.
Sie nutzen technische Unterlagen zur Analyse und Dokumentation von Funktionszusam-
menhängen in der Oberflächentechnik. Sie arbeiten mit Blockschaltplänen und identifizie-
ren anhand dieser Pläne den Signalfluss, den Stofffluss, den Energiefluss und die grund-
sätzliche Wirkungsweise.
Sie bereiten ihre Arbeitsergebnisse mit Hilfe der Datenverarbeitung auf und nutzen dabei
in angemessener Weise fachsprachliche Begriffe. In der technischen Kommunikation wen-
den sie fremdsprachliche Fachbegriffe an. Die besondere Bedeutung von Arbeits- und
Umweltschutz sowie Qualitätsmanagement in der Oberflächentechnik ist den Schülerinnen
und Schülern bewusst.

Inhalte:

Anforderungen an Beschichtungen
Beschichtungsstoffe
Prozessablauf einer Beschichtungsanlage
Systemparameter
Blockschaltbilder
Möglichkeiten der technischen Dokumentation
Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen Umweltschutzmaßnahmen

  • 9 -
    Lernfeld 2: Werkstücke für verschiedene Beschich- 1. Ausbildungsjahr
    tungsverfahren vorbereiten Zeitrichtwert: 80 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler nutzen ihre Kenntnisse über Aufbau und Eigenschaften aus-
gewählter Werkstoffe im Hinblick auf oberflächentechnische Verfahren. Sie unterscheiden
manuelle und maschinelle Bearbeitungsverfahren bei metallischen und nichtmetallischen
Werkstücken. Sie wählen die für die Herstellung erforderlichen Fertigungsverfahren aus
und bewerten das Arbeitsergebnis unter beschichtungstechnischen Gesichtspunkten.
Sie nutzen zur Prüfung von Werkstückmaßen und Oberflächenbeschaffenheit geeignete
Mess- und Prüfmittel, dokumentieren und beurteilen das Prüfergebnis.
Sie lesen Konstruktionszeichungen und sind in der Lage, Skizzen zu fertigen und be-
schichtungsgerechte Änderungen einzuarbeiten.
Sie beachten die für die Bearbeitungsverfahren vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnah-
men.

Inhalte:

Grundregeln für beschichtungsgerechtes Konstruieren
Skizzen, Teilzeichnungen, Bemaßungen
Werkstückberechnungen
Präparation und Lagerung
Normen

  • 10 -
    Lernfeld 3: Metallische Werkstücke zur Beschich- 1. Ausbildungsjahr
    tung vor- und nachbehandeln Zeitrichtwert: 80 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler kennen funktions- und werkstoffgerechte Beschichtungs- stoffe und –verfahren für metallische Werkstücke. Sie beurteilen Beschichtungsstoffe und

  • verfahren im Hinblick auf die geforderte Oberflächenqualität.
    Für die Vor- und Nachbehandlung von Oberflächen wählen sie aus mechanischen, physi-
    kalischen und chemischen Verfahren fachgerecht aus. Sie warten Betriebsmittel und -
    geräte und sorgen für eine umweltgerechte Abwasserbehandlung und -kreislaufführung.
    Sie nutzen technische Unterlagen, planen Arbeitsabläufe im Team und dokumentieren die-
    se.

Inhalte:

Oberflächengüte von Werkstücken
Auswahlkriterien für Oberflächenvorbehandlungsverfahren
Chemische und elektrotechnische Grundlagen
Dokumentation
Qualitätsmanagement
Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen

  • 11 -
    Lernfeld 4: Nichtmetallische Werkstücke zur Be- 1. Ausbildungsjahr
    schichtung vor- und nachbehandeln Zeitrichtwert: 80 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler kennen funktions- und werkstoffgerechte Beschichtungs-
stoffe und –verfahren für nichtmetallische Werkstücke. Sie beurteilen Beschichtungsstoffe
und –verfahren im Hinblick auf die geforderte Oberflächenqualität.
Für die Vor- und Nachbehandlung von Oberflächen wählen sie aus mechanischen, physi-
kalischen und chemischen Verfahren fachgerecht aus. Sie warten Betriebsmittel und -
geräte und sorgen für eine umweltgerechte Abwasserbehandlung und -kreislaufführung.
Sie planen Arbeitsabläufe im Team. Sie berücksichtigen aktuelle Rechtsbestimmungen
zum Schutz der Umwelt und zur Unfallverhütung. Sie wenden englische Fachbegriffe an.

Inhalte:

Oberflächengüte
Chemische und elektrotechnische Grundlagen
Oberflächenprüfung
Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • 12 -
    Lernfeld 5: Werkstücke zum Beschichten vorberei- 2. Ausbildungsjahr
    ten Zeitrichtwert: 80 Stunden

Ziel:

Aus der Kenntnis verschiedener Vorbehandlungsverfahren legen die Schülerinnen und
Schüler je nach Oberflächenbeschaffenheit und Grundmaterial die geeigneten Verfahren
fest und berücksichtigen dabei auch die Auswirkungen von Wärmebehandlungsverfahren
auf den Werkstoff. Aufgrund der Werkstückgeometrie und nachfolgender Beschichtungs-
prozesse wählen sie geeignete Befestigungsmittel bzw. Vorrichtungen aus. Dabei entwi-
ckeln die Schülerinnen und Schüler eine besondere Sensibilität für den Umgang mit um-
welt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen. Die Bedeutung der Qualitätssicherung, unter
besonderer Berücksichtigung der Konstruktion, ist den Schülerinnen und Schülern bei den
einzelnen Prozessschritten bewusst.

Inhalte:

Optische Prüfung von Oberflächen
Vorrichtungen und Gestelle
Chargenbestückung nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien
Verfahren zum Entfetten, Spülen, Fluxen, Beizen, Trocknen
Chemische und elektrolytische Oberflächenbearbeitung
Elektrochemische Vorbehandlungsverfahren
Arbeits- und Gesundheitsschutz Recycling, umweltgerechte Entsorgung

  • 13 -
    Lernfeld 6: Werkstücke anwendungsbezogen be- 2. Ausbildungsjahr
    schichten Zeitrichtwert: 80 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden die vielfältigen Abscheidungsmöglichkeiten
von Metallen aus wässrigen Lösungen. Entsprechend der unterschiedlichen Anwendungs-
bereiche wählen sie geeignete Verfahren aus. Sie kennen die qualitative und quantitative
Bedeutung der Elektrolytbestandteile und sind in der Lage, korrigierend einzugreifen, um
die Verfahren fachgerecht durchzuführen. Sie kennen die für die einzelnen Verfahren vor-
gegebenen Abscheidungsparameter, überprüfen im Prozess die Qualität und ergreifen qua-
litätssichernde Maßnahmen.
Die Schülerinnen und Schüler wählen notwendige Nachbehandlungsverfahren entspre-
chend der späteren Verwendung der Werkstücke aus. Sie berücksichtigen Gesichtspunkte
der Arbeitshygiene, des Gesundheits- und des Umweltschutzes.

Inhalte:

Ansatz und Korrektur von Elektrolyten
Galvanische Abscheidung von Metallen
Feuerverzinken
Schichtdickenmessungen, Härteprüfungen, Korrosionsprüfungen
Metallfärben
Entfernung von Beschichtungen

  • 14 -
    Lernfeld 7: Anlagen bedienen, überwachen und 2. Ausbildungsjahr
    warten Zeitrichtwert: 60 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler analysieren betriebliche und technische Abläufe eines Be-
schichtungsbetriebes. Sie unterscheiden manuelle und automatisierte Anlagen und sind in
der Lage, die für den Prozessablauf notwendigen Bedienungs-, Überwachungs- und War-
tungsarbeiten durchzuführen. Ihnen ist bewusst, dass neben der Produktion die Vermei-
dung bzw. Verminderung von Schadstoffanfall ein wichtiges Aufgabengebiet ihres Berufes
darstellt. Sie setzen Rohstoffe sinnvoll ein und nutzen Recyclingsysteme.

Inhalte:

Aufbau und Funktion von Produktionseinrichtungen
Ausschleppung von Prozesslösungen
Spültechniken

  • 15 -
    Lernfeld 8: Sonderverfahren sachgerecht einsetzen 2. Ausbildungsjahr
    Zeitrichtwert: 60 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler nutzen ihre Kenntnisse über die Sonderverfahren Anodisati-
onstechnik, Dünnschichttechnik, außenstromlose Metallabscheidung und Feuerverzinken,
indem sie für Spezialgebiete entsprechende Techniken anwenden. Dabei berücksichtigen
sie umwelttechnische Aspekte ebenso wie arbeitshygienische Maßnahmen. Sie entwickeln
ein Bewusstsein für neue Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten und erken-
nen die Bedeutung von Flexibilität und lebenslangem Lernen für die erfolgreiche Bewälti-
gung beruflicher Aufgaben.

Inhalte:

Ansatz und Korrektur von Elektrolyten
Analytik
Erzeugung von Unterdruck und Vakuum
Abscheidungsmechanismen,
Elektrolytzusammensetzung
Tauchprozess
Einsatzgebiete

  • 16 -
    Lernfeld 9: Beschichtungsverfahren anwenden und 3. Ausbildungsjahr
    Gesamtfertigungsprozesse optimieren Zeitrichtwert: 100 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, verfahrens- und anlagentechnische Prozes-
se zu optimieren. Dazu wenden sie qualitätssichernde Methoden an, protokollieren Ergeb-
nisse und werten sie aus. Sie wählen notwendige Nachbehandlungsverfahren anwendungs-
spezifisch aus.
Bei ihrem Vorgehen beachten sie relevante gesundheits- und arbeitsschützende Maßnah-
men ebenso wie ökologische Gesichtspunkte.

Inhalte:

Anlagentechnik einschließlich peripherer Einrichtungen
Hilfsmittel
Chargenzusammensetzung
Vorbehandlungsprozesse
Tauchprozesse, Feuerverzinken
Abscheidungsmechanismen
Ansatz, Analyse und Korrektur von Elektrolyten
Organische und anorganische Schutzschichten
Schichtdickenmessung
Warenausgangskontrolle

  • 17 -
    Lernfeld 10: Leiterplatten herstellen 3. Ausbildungsjahr
    Zeitrichtwert: 60 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler kennen Bedeutung, Einsatzgebiete, Typen, Zusammenset-
zung und Aufbau von Leiterplatten. Sie planen die Herstellung von Leiterplatten nach un-
terschiedlichen Verfahren.
Bei der Fertigung und Überprüfung beachten sie die Grundsätze der Qualitätssicherung
und -kontrolle und berücksichtigen relevante Gesichtspunkte von Arbeits-, Gesundheits-
und Umweltschutz, insbesondere Recyclingmöglichkeiten.

Inhalte:

Mechanische Bearbeitung
Vorbehandlungsverfahren
Einseitige Schaltungen
Doppelseitige Schaltungen
Anlagentechnik und Prozessabläufe
Nachbehandlung

  • 18 -
    Lernfeld 11: Sonderverfahren anwenden und opti- 3. Ausbildungsjahr
    mieren Zeitrichtwert: 60 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler wählen hinsichtlich späterer Anforderungen an die Werkstü-
cke und im Hinblick auf die Grundwerkstoffe geeignete Verfahren wie Anodisationstech-
nik, Dünnschichttechnik, außenstromlose Metallabscheidung und Feuerverzinken aus. Sie
sind in der Lage, Prozesse zu analysieren und Abläufe zu planen. Daraus entwickeln sie
Möglichkeiten, einzelne Verfahrenschritte zu optimieren. Sie treffen Entscheidungen über
notwendige Behandlungsmethoden in Bezug auf nachfolgende Beschichtungen. Dabei be-
rücksichtigen sie auch Anforderungen an Zinkschichten und deren Oberflächenbeschaffen-
heit und nutzen ihre Kenntnisse über Qualitätssicherung.

Inhalte:

Verfahren zur Herstellung von Metalloxid-Schichten
Einfärbetechnologien
Erzeugung von Plasmen
Vakuumbeschichtungsverfahren
Abscheidungsverfahren
Duplexverfahren

  • 19 -
    Lernfeld 12: Umweltschonende Entsorgungstechni- 3. Ausbildungsjahr
    ken einsetzen Zeitrichtwert: 60 Stunden

Ziel:

Die Schülerinnen und Schüler wenden ihre Kenntnisse über verschiedene Abwasser- und
Abfallstoffarten bei der Auswahl geeigneter Behandlungsverfahren an. Dabei berücksich-
tigen sie Funktion und Wirkungsweise einer Abwasserbehandlungsanlage und nutzen ge-
eignete Kontrolleinrichtungen zur Abwasseranalyse. Sie entwickeln Verantwortungsbe-
wusstsein für die Bedeutung fachgerechter Überwachungs- und Wartungsarbeiten an der
Anlage und den Einrichtungen, kennen und beachten gesetzliche Vorgaben.

Inhalte:

Chemische Zusammensetzung von Abwässern
Anlagentechnik
Mess- und Regeleinrichtungen
Erfassung und Entsorgung von Abfällen
Endkontrolle
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Gesetzliche Regelwerke