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Der Gesamtarbeitsvertrag der grünen Branche 2015-2018 (GAV)

Aebi-Kaderli Garten-Center AG

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Der Gesamtarbeitsvertrag der grünen Branche 2015-2018 (GAV)

Gesamt
arbeits
vertrag
für die Grüne Branche
2015 – 2018

Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Eine besondere Branche braucht spezifische Lösungen
Der vorliegende Gesamtarbeitsvertrag (GAV) wurde zwischen dem Berufsverband
Grüne Berufe Schweiz GBS und JardinSuisse, dem Unternehmerverband Gärtner
Schweiz, ausgehandelt.
Er ist das Produkt einer Reihe von vorausgegangenen GAV. Der erste GAV in der
Branche wurde bereits im Jahr 1943 zwischen den Vorgängerorganisationen der
heutigen Partner abgeschlossen.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der GAV zu einem modernen Vertragswerk
entwickelt. Er berücksichtigt die besonderen Gegebenheiten der Branche. Unsere
Branche ist geprägt von der Pflanze. Sie steht im Mittelpunkt der Tätigkeit. Dies erfor-
dert beispielsweise Flexibilität der Arbeitszeit.
Die Sozialpartner sind sich bewusst, dass sich die Interessen der Arbeitgebenden und
Arbeitnehmenden nicht immer decken. Wichtig ist aber, dass die Parteien gewillt sind,
für beide Seiten im GAV akzeptable Lösungen zu finden. Damit sichern die Partner
Arbeitsplätze, schützen die Arbeitnehmenden und ermöglichen den Arbeitgebenden,
am Markt zu bestehen. Die Partner sind überzeugt, mit dem vorliegenden Vertrag das
Beste für die Branche erreicht zu haben.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
JardinSuisse
Unternehmerverband Gärtner Schweiz
JardinSuisse repräsentiert mehr als 1700 Betriebe aus den Bereichen Garten- und
Landschaftsbau, Baumschulen, Gärtnerischer Detailhandel, Zierpflanzen- und Schnitt-
blumenproduktion.
Mitgliedernutzen
Der Verband setzt sich konsequent dafür ein, die bestmöglichen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für die Branche zu sichern und seine Mitglieder zu stärken. Dazu
bringen wir die Interessen unserer Branche im Gesetzgebungs- und Verordnungsprozess
ein und bieten der Branche Unterstützung bei der Umsetzung bestehender Vorschrif-
ten und Gesetze. Um den branchenspezifischen Bedingungen unseres Arbeitsalltags
gerecht zu werden, handeln wir einen eigenen Gesamtarbeitsvertrag aus. Für unsere
Mitglieder halten wir eine breite Palette an Dienstleistungen bereit.
Aktionsfelder
• Einbringen der Brancheninteressen in die Gesetzgebung
• Öffentlichkeitsarbeit durch Pressearbeit, Publikationen, Veranstaltungen und
Messeteilnahmen
• Engagement in der Berufsinformation und Nachwuchswerbung; Mitgestaltung der
gärtnerischen Aus- und Weiterbildung
• Branchenlösungen im Sozialversicherungsbereich, für Arbeits- und Gesundheitsschutz
und andere Bereiche
• Anbieten einer breiten Kurs- und Dienstleistungspalette für die Mitglieder
Kontakt
JardinSuisse, Telefon 044 388 53 00, info@jardinsuisse.ch
www.jardinsuisse.ch
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Grüne Berufe Schweiz
Von Gärtnern für Gärtner
Die Arbeitnehmendenorganisation GBS ist der führende Berufsverband für die im Gärt-
ner- und Floristengewerbe sowie in verwandten Berufen tätigen Personen.
Mitgliedernutzen
Der Verband wird fast ausschliesslich von Personen geführt, die in der Grünen Branche
arbeiten. Sie kennen die Bedürfnisse der Branche aus eigener Anschauung und Erfah-
rung. Die Vorgängerorganisationen und die GBS konnten seit Jahrzehnten einen GAV
mit dem Arbeitgeberverband JardinSuisse ausarbeiten und damit die Arbeitsbedin-
gungen in der Branche stetig verbessern. Die GBS setzt sich mit Fragen der Aus- und
Weiterbildung, der gesetzlichen Vorgaben und der Vergabe von Aufträgen auseinander.
Für unsere Mitglieder halten wir eine grosse Palette von Dienstleistungen bereit.
Aktionsfelder
• Erhaltung, Förderung und Besserstellung des Berufsstandes
• Arbeitsrechtliche Auskünfte bei Streitigkeiten, die aus dem Arbeitsverhältnis
entstanden sind
• Förderung und Regelung fortschrittlicher Arbeitsbedingungen durch Abschluss von
Gesamtarbeitsverträgen
• Vertretung der Anliegen der Arbeitnehmenden in Kommissionen und Prüfungs-
ausschüssen
• Unterstützung der Weiterbildung und Anbieten von Vorträgen und Exkursionen
• Steigerung des Organisationsgrades der Arbeitnehmenden
Kontakt
Grüne Berufe Schweiz, Telefon 044 377 54 31, info@gbs-gruene-berufe.ch
www.gbs-gruene-berufe.ch
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
I. Zielsetzungen 8
II. Vertragsparteien 8
1 | V ertragsparteien 8
III. Geltungsbereich 9
2 | R äumlicher Geltungsbereich 9
3 | Betrieblicher Geltungsbereich 9
4 | Persönlicher Geltungsbereich 9
IV. Zusammenarbeit 9
5 | Z usammenarbeit 9
V. Koalitionsrecht, Ausübung
öffentlicher Ämter 10
6 | K oalitionsrecht 10
7 | A usübung öffentlicher Ämter 10
VI. Anschlussverträge / Gebühren 11
8 | A nschlussverträge 11
9 | G ebühren 11
VII. Meinungsverschiedenheiten /
Schlichtungsverfahren 11
10 | Meinungsverschiedenheiten 11
11 | S chlichtungsverfahren 11
VIII. Vollzug des GAV /
paritätische Kommission 12
12 | Paritätische Kommission 12
IX. Pflichten der Vertragsparteien
unter sich 12
13 | V ertragseinhaltung 12
14 | V ertragsverletzungen 12
15 | I nformations- und Mitspracherechte 13
Impressum 16 | V ertragsänderungen 13
© 2015 17 | V ertragsveröffentlichung 13
18 | V ertragsdauer 13

Herausgeberin:

Jardin Suisse X. Vollzugskosten 14

Gestaltung:

Binkert Partner, Zürich 19 | T räger / in der Vollzugskosten 14

Druck:

Kyburz Druck, Dielsdorf Normative Regelungen 14
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
XI. Pflichten der Arbeitgebenden 14 49 | W ochenenddienst / Nacht-, Sonn-
20 | A nstellungsverhältnis 14 und Feiertagsarbeit 25
21 | Zusammenarbeit mit Arbeitnehmenden 15 50 | S pesen bei auswärtiger Arbeit 25
22 | A rbeitszeugnis 15 51 | S pesen für die Benützung eines
23 | V erbot von Schwarzarbeit 15 privaten Fahrzeuges 25
52 | K ost und Logis 26
XII. Rechte und Pflichten von 53 | Lohnzahlung 26
Arbeitnehmenden 15 54 | Lohnverhandlungen 26
24 | S orgfaltspflicht 15
25 | G esundheitsvorsorge und XVI. Sozialleistungen 26
Unfallverhütung 16 55 | Lohnfortzahlungspflicht bei
26 | Verbot der Schwarzarbeit 16 Verhinderung durch Krankheit 26
27 | Herausgabepflicht 16 56 | L ohnfortzahlung bei Mutterschaft 27
28 | Überstundenarbeit 16 57 | V ertrauensarzt 27
29 | Befolgung von Anweisungen 17 58 | K rankenkasse 28
30 | H aftpflicht 17 59 | U nfallversicherung / Verhinderung
durch Unfall 28
XIII. Weiterbildung 17 60 | Lohnzahlung bei Militär-, Zivil- und
31 | P ersönliche Weiterbildung 17 Zivilschutzdienst 28
32 | S pezielle Weiterbildung 18 61 | T od der Arbeitnehmenden 28
62 | Tod der Arbeitgebenden 28
XIV. Arbeitszeit, Ferien, Feiertage, 63 | P ersonalvorsorge (2. Säule) 30
Absenzen 18
33 | A rbeitszeit 18 XVII. Kündigung 30
34 | 5 -Tage-Woche 19 64 | K ündigung im Allgemeinen 30
35 | Einhaltung der Arbeitszeit 19 65 | P robezeit 30
36 | V orholzeit 19 66 | K ündigung nach der Probezeit 30
37 | Feriendauer 20 67 | B egründung der Kündigung,
38 | F erienkürzung / Ferienzeitpunkt 20 missbräuchliche Kündigung 31
39 | F erienlohn 20 68 | K ündigung zur Unzeit durch den
40 | F eiertage 21 Arbeitgebenden 31
41 | F eiertagsentschädigung 21 69 | K ündigung zur Unzeit durch
42 | B erechnung Ferien- und Feiertags- Arbeitnehmende / Kündigungsverbot
entschädigung 21 für Arbeitnehmende 32
43 | A bsenzen bei speziellen 70 | F ristlose Entlassung 32
Vorkommnissen 21 71 | U ngerechtfertigte fristlose
Entlassung 32
XV. Löhne, Zuschläge 22 72 | Nichtantritt der Stelle / Nichtantritt
44 | L eistungslohn 22 oder fristloses Verlassen der
45 | Stunden-, Monats- und Jahreslohn 22 Arbeitsstelle 33
46 | Mindestlöhne 22 73 | Besitzstandgarantie 33
47 | 13. Monatslohn 24
48 | Ü berstunden und Überzeit 24 Unterschriften 34
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
I. Zielsetzungen
Die Vertragsparteien sind überzeugt, die dem Gärtnergewerbe sich stellenden
künftigen Aufgaben und Probleme am besten dadurch lösen zu können, indem sie diese
gemeinsam und getragen vom Gedanken einer echten Partnerschaft behandeln.
Im Bestreben,
• d ie Interessen der Berufsorganisationen zum gemeinsamen Wohl der Arbeitgebenden
und der Arbeitnehmenden gebührend zu fördern,
• e ine für alle beteiligten Vertragsparteien fortschrittliche Arbeitsordnung zu erreichen
und dadurch den Arbeitsfrieden zu gewährleisten,
• i hre Abkommen dem Grundsatz von Treu und Glauben zu unterstellen und bei der
Anwendung ihrer Vereinbarungen und deren Durchführung die beidseitigen
Interessen verständnisvoll zu würdigen,

• d ie gemeinsamen Interessen zu fördern, wie:

• F örderung der Arbeitssicherheit, der Gesundheit und der Gesundheitsvorsorge,
• F örderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung,
• F örderung der Qualität,
• E rlass und Durchführung zeitgemässer Submissionsbedingungen,
• r egelmässige Beschäftigung,
• V ergabe von Gärtnerarbeiten der öffentlichen Hand nur an Betriebe, welche dem
GAV unterstellt sind und die gesamtarbeitsvertraglichen Verpflichtungen einhalten,
• B ekämpfung der unlauteren Konkurrenz durch unseriöses Preisunterbieten,
• B ekämpfung der Umgehung des Vertrages.

In diesem Sinne vereinbaren die Vertragsparteien im Einzelnen das Folgende:

II. Vertragsparteien
1 | V ertragsparteien
Der vorliegende Gesamtarbeitsvertrag (nachfolgend GAV genannt) ist abgeschlossen
zwischen JardinSuisse, Unternehmerverband Gärtner Schweiz (nachfolgend JS
genannt), einerseits und dem Berufsverband Grüne Berufe Schweiz (nachfolgend GBS
genannt) andererseits.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
III. Geltungsbereich
2 | R äumlicher Geltungsbereich
Der Geltungsbereich dieses GAV erstreckt sich auf die ganze Schweiz, soweit nicht ein
lokal oder regional verbindlicher Gesamtarbeitsvertrag oder ein kantonaler Normal-
arbeitsvertrag Geltung beansprucht. Die Details sind in den jeweiligen Lohnregulativen
der verschiedenen Fachrichtungen ausgeführt.
In den Kantonen Genf, Waadt und Wallis hat er nur Gültigkeit für die Baumschulen.
3 | B etrieblicher Geltungsbereich
Von diesem Vertrag werden sämtliche Betriebe des Gärtnergewerbes, die Mitglieder
von JS sind, und alle in diesen Betrieben im Arbeitsverhältnis stehenden Arbeitnehmen-
den erfasst.
Dazu gehören Topfpflanzen- und Schnittblumengärtnereien, Baumschulen (ohne die
bäuerlichen Obstbaumschulen), Stauden- und Kleingehölzgärtnereien und Betriebe
des Garten- und Landschaftsbaus. Für Gartencenter gilt der GAV, soweit diese keinem
anderen Gesamtarbeitsvertrag unterstehen.
4 | Persönlicher Geltungsbereich
4.1 Nicht anwendbar ist der GAV auf Eltern, Ehepartner / innen und Kinder der Betriebs-
inhabenden, Geschäftsleitungsmitglieder, Abteilungsleitende und Auszubildende.
4.2 Die dem Arbeitsgesetz unterstellten Betriebe haben zusätzlich zu den nach-
folgenden Bestimmungen die Vorschriften des Arbeitsgesetzes (ArG; SR 822.11)
einzuhalten.
4.3 Vorbehalten bleiben die Bestimmungen des OR, soweit sich in diesem GAV keine
Regelung findet.
4.4 F ür die Arbeitnehmenden günstigere Regelungen als die im GAV vereinbarten
bleiben den Arbeitsvertragsparteien vorbehalten.
IV. Zusammenarbeit
5 | Z usammenarbeit
5.1 Z ur Verwirklichung der Ziele dieses GAV wollen die Vertragsparteien loyal
zusammenarbeiten und den GAV strikte einhalten.
5.2 Die Vertragsparteien verpflichten sich zur absoluten Friedenspflicht.
5.3 D ie Vertragsparteien fördern die betriebliche Zusammenarbeit zwischen Arbeit -
gebenden und Arbeitnehmenden im Sinne dieses GAV.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
5.4 Die Vertragsparteien des GAV unterstützen die permanente Aus- und Weiterbildung
(insbesondere die berufliche) der Arbeitnehmenden. Sie fördern im Sinne der Artikel
31 und 32 GAV gemeinsam die Aus- und Weiterbildungsanstrengungen in
der Branche. Die Arbeitgebenden ermuntern die Arbeitnehmenden zum Besuch
solcher Bildungsveranstaltungen und erleichtern ihnen die Teilnahme.
5.5 Die Vertragsparteien setzen sich gemeinsam für die Sicherheit, Hygiene und
Ordnung an den Arbeitsplätzen ein.
5.6 D ie Vertragsparteien bekämpfen den unlauteren Wettbewerb, die Schwarza rbeit
und die Schattenarbeit. Sie verpflichten sich deshalb, überall dort, wo solche
Missstände bekannt werden, über die paritätische Kommission einzugreifen und
sowohl Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende zu vertragskonformem
Verhalten anzuhalten.
5.7 Die Vertragsparteien des GAV wollen auch in anderen branchenspezifischen,
wirtschaftlich relevanten Bereichen zusammenarbeiten, gemeinsame Ziele
definieren und gangbare Lösungen suchen.
5.8 Die Vertragsparteien verpflichten sich, auf ihre Mitglieder dahingehend einzuwirken,
die Bestimmungen des GAV einzuhalten.
5.9 D ie Vertragsparteien vereinbaren im Sinne von Art. 357b OR, dass ihnen gemeinsam
ein Anspruch auf die Einhaltung des GAV gegenüber den beteiligten Arbeitgeben-
den und Arbeitnehmenden zusteht. Sie werden bei der Geltendmachung durch die
paritätische Kommission bzw. die von dieser bestellten Organe vertreten.
5.10 Die Vertragsparteien setzen sich dafür ein, dass die Leistungen der Sozialpartner
auch im Bereich des öffentlichen Submissionswesens in gebührender Form
Anerkennung finden. Sie verfolgen das Ziel, beim Erlass und der Durchführung
zeitgemässer Submissionsvorschriften nach Möglichkeit mitzuwirken.
V. Koalitionsrecht, Ausübung öffentlicher Ämter
6 | K oalitionsrecht
Durch den Vollzug dieses Gesamtarbeitsvertrages darf die Koalitionsfreiheit (Freiheit
der Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem der vertragschliessenden Berufs-
verbände) nicht verletzt werden.
7 | A usübung öffentlicher Ämter
Absenzen und Lohnfortzahlung, welche sich durch die Ausübung von öffentlichen
Ämtern ergeben, sind individuell zu regeln.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
VI. Anschlussverträge / Gebühren
8 | A nschlussverträge
8.1 Die Vertragsparteien verpflichten sich, gemeinsam den Anschluss von nicht
dem Unternehmerverband JardinSuisse angeschlossenen Firmen durch Anschluss-
verträge zu erwirken.
8.2 Diese Anschlussverträge bedürfen der Zustimmung der Vertragsparteien gemäss
Art. 1 GAV.
8.3 Die Anschlussverträge haben eine Kündigungsfrist von sechs Monaten und sind
auf die gesamte Dauer dieses GAV abzuschliessen. Die Kündigung eines Anschluss-
vertrages hat keine Wirkung auf den Bestand dieses GAV.
9 | Gebühren
9.1 Z ur Abgeltung der Kosten der Vertragsparteien für die Anschlussverträge haben die
sich anschliessenden Firmen unabhängig vom Vollzugskostenbeitrag gemäss Art.

19.1 GAV eine jährliche Gebühr in folgender Höhe zu bezahlen:

Lohnsumme Anschlussgebühr

bis zu CHF 100 000.– CHF 300.–
über CHF 100 001.– bis CHF 500 000.– CHF 600.–
von CHF 500 001.– bis CHF 1 000 000.– CHF 1000.–
über CHF 1 000 001.– CHF 1200.–
9.2 Als Nachweis sind der paritätischen Kommission oder der von dieser bezeichneten
Stelle eine endgültige Prämienabrechnung der AHV vorzulegen. Erst mit der Bezah-
lung der entsprechenden Gebühr und nach Vorliegen der Genehmigung seitens der
paritätischen Kommission treten die Anschlussverträge in Kraft.
VII. Meinungsverschiedenheiten / Schlichtungsverfahren
10 | Meinungsverschiedenheiten
Allfällige Differenzen, die sich bei der Durchführung oder Auslegung dieses Vertrages
ergeben, sollen in direkten Verhandlungen zwischen den Beteiligten beigelegt werden.
11 | Schlichtungsverfahren
11.1 T reten in einem Betrieb kollektive Streitigkeiten oder Meinungsverschieden-
heiten auf, ist die Angelegenheit der paritätischen Kommission zur Schlichtung zu
unterbreiten.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
11.2 K ann keine Einigung erzielt werden, so sind die Differenzen der eidgenössischen
Einigungsstelle vorzulegen. Die Einigungsstelle versucht eine friedliche Beilegung
des Streites herbeizuführen. Die Verfahrenskosten werden ohne Rücksicht auf
den Ausgang des Verfahrens von beiden Vertragsparteien je zur Hälfte getragen.
VIII. Vollzug des GAV / paritätische Kommission
12 | P aritätische Kommission
12.1 Zur Durchführung und zum Vollzug dieses GAV besteht eine paritätische Kommission.
12.2 Die paritätische Kommission setzt sich aus Vertretungen von je drei Arbeitgebenden
und drei Arbeitnehmenden zusammen.
12.3 D ie Vertretungen ernennen einen Vorsitzenden aus ihrer Mitte. Der Vorsitz wechselt
alle zwei Jahre zwischen den Vertretungen der Arbeitgebenden und der Arbeit-
nehmenden. Ansonsten konstituiert sich die paritätische Kommission selber und
gibt sich ein Reglement.
12.4 D er paritätischen Kommission steht das Recht zu, bei begründetem Verdacht oder
auf Meldung Kontrollen bei den Arbeitgebenden über die Einhaltung des GAV
durchzuführen oder durch Dritte durchführen zu lassen.
12.5 Die paritätische Kommission trifft sämtliche für den Vollzug des GAV notwendigen
Massnahmen. Sie kann diese Aufgaben delegieren.
IX. Pflichten der Vertragsparteien unter sich
13 | Vertragseinhaltung
Bei den Arbeitgebenden sind bei begründetem Verdacht durch beauftragte Organe der
paritätischen Kommission Kontrollen über die Einhaltung der Bestimmungen dieses
Vertrages durchzuführen. Die zu kontrollierenden Arbeitgebenden haben alle von ihnen
verlangten und für die Durchführung der Kontrollen massgebenden Unterlagen,
namentlich Personalverzeichnisse und Lohnabrechnungen, auf erste Aufforderung hin
und andere notwendige Dokumente innert 30 Tagen vollumfänglich vorzulegen.
14 | V ertragsverletzungen
14.1 E rgeben die Kontrollen Verstösse gegen den GAV, werden die Kontrollkosten dem
fehlbaren Betrieb auferlegt.
14.2 A rbeitgebende, welche gegen die Bestimmungen des GAV verstossen, werden von
der paritätischen Kommission zu den entsprechenden Nachzahlungen aufgefordert.
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Sie haben ferner die Verfahrenskosten zu tragen. Diese Nachzahlungen und Verfah-
renskosten sind innert Monatsfrist nach Zustellung des Entscheides zu überweisen.
14.3 W erden die Nachzahlungen nicht innerhalb der geforderten Frist überwiesen, ruft
die paritätische Kommission die ordentlichen Gerichte an.
14.4 Die Vertragsparteien gemäss Art. 1 GAV sind für die beteiligten Arbeitgebenden
und Arbeitnehmenden in Bezug auf die sich aus den Kontrollen ergebenden Forde-
rungen zur Erhebung einer Leistungsklage ermächtigt.
15 | Informations- und Mitspracherechte
Im betrieblichen Bereich haben die Arbeitnehmenden oder, wo vorhanden, die
Arbeitnehmendenvertretungen Anspruch auf die Informations- und Mitspracherechte
gemäss Art. 9 und 10 des Bundesgesetzes über die Information und die Mitsprache
der Arbeitnehmenden in den Betrieben (Mitwirkungsgesetz; SR 822.14). In Betrieben mit
mindestens 50 Arbeitnehmenden können diese gemäss Art. 3 des Mitwirkungsgesetzes
aus ihrer Mitte eine oder mehrere Vertretungen bestellen. Die Voraussetzungen sind
in Art. 5 und 6 des Mitwirkungsgesetzes geregelt.
16 | V ertragsänderungen
16.1 Jede der Vertragsparteien ist befugt, während der Geltungsdauer dieses GAV
Anpassungen einzelner Bestimmungen des normativen Teils und die Regelung
weiterer Vertragspunkte vorzuschlagen.
16.2 Die von den Parteien eingebrachten Anträge werden loyal behandelt. Können
sich die Parteien nicht verständigen, so haben sie die Möglichkeit, das Schlichtungs-
verfahren gemäss Art. 11 GAV einzuleiten.
17 | V ertragsveröffentlichung
Die Vertragsparteien sind dafür besorgt, dass alle zu beachtenden Vertragsbestim-
mungen den dem Vertrag unterstellten Betrieben und deren unterstellten Arbeit-
nehmenden zur Kenntnis gebracht werden.
18 | V ertragsdauer
18.1 Dieser GAV tritt am 1. Januar 2015 in Kraft und gilt für vier Jahre bis 31. Dezember 2018.
18.2 D er GAV kann von jeder Vertragspartei mit eingeschriebenem Brief und unter
Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten erstmals auf den 31. Dezember
2018 gekündigt werden.
18.3 E rfolgt keine Kündigung durch eine der Vertragsparteien, verlängert sich der GAV
jeweils um ein weiteres Jahr.
13
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
X. Vollzugskosten
19 | Träger / in der Vollzugskosten
19.1 P ro GAV unterstelltem Betrieb wird ein Betrag auf ein gesondertes Konto der
paritätischen Kommission einbezahlt.
19.2 Allfällige Kosten aus dem Vollzug dieses GAV werden, sofern sie nicht gemäss
Art. 14.2 GAV von fehlbaren Arbeitgebenden zu übernehmen sind, aus diesen
Beiträgen bezahlt.
19.3 E inbezahlte Gebühren für Anschlussverträge (Art. 8 GAV) und für Verfahrenskosten
im Sinne von Art. 14.2 GAV werden vom Sekretariat der paritätischen Kommission
erhoben und auf das Konto der paritätischen Kommission einbezahlt.
19.4 D ie Anrufung der eidgenössischen Einigungsstelle wird von den Vertragsparteien
gemäss Art. 11.2 GAV zu gleichen Teilen getragen.
19.5 Das Sekretariat und die Aktivitäten der paritätischen Kommission werden über
dieses Konto finanziert.
19.6 Die paritätische Kommission verabschiedet jährlich den Jahresbericht und die
Rechnung der paritätischen Kasse.
19.7 Details sind in einem gesonderten Reglement geregelt. Dieses Reglement gilt nur
für die vier Jahre der Laufzeit dieses Vertrages.
Normative Regelungen
XI. Pflichten der Arbeitgebenden
20 | Anstellungsverhältnis
20.1 D ie Bestimmungen des GAV über Abschluss, Inhalt und Beendigung der einzelnen
Arbeitsverhältnisse gelten während der Dauer des GAV unmittelbar für die
unterstellten Arbeitgebenden und deren Arbeitnehmende und können nicht weg-
bedungen werden, sofern der GAV nicht etwas anderes bestimmt.
20.2 Allen Arbeitnehmenden ist bei Stellenantritt der gültige GAV abzugeben. Zusätzlich
ist der GAV auf der Homepage der Sozialpartner aufzuschalten.
20.3 A breden zwischen unterstellten Arbeitgebenden und deren Arbeitnehmenden,
die gegen die zwingenden Vorschriften des Gesetzes oder des GAV verstossen, sind
ungültig und werden durch die entsprechenden Bestimmungen des GAV bzw.
des Gesetzes ersetzt.
14
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
21 | Z usammenarbeit mit Arbeitnehmenden
21.1 Arbeitgebende begegnen Arbeitnehmenden partnerschaftlich. Sie achten und
schützen deren Persönlichkeit und nehmen auf die Gesundheit der Beschäftigten
Rücksicht.
21.2 Arbeitgebende erteilen Arbeitnehmenden klare Aufträge. Sie berücksichtigen Alter,
Erfahrung, Ausbildung sowie die Stellung der Arbeitnehmenden im Betrieb.
21.3 Arbeitgebende treffen Massnahmen zum Schutze von Leben und Gesundheit der
Arbeitnehmenden. Arbeitgebende und Arbeitnehmende wirken in der Gesund-
heitsvorsorge und Unfallverhütung zusammen und informieren sich diesbezüglich
gegenseitig.
Die dazu notwendige Schutzausrüstung wird gemäss Art. 27ff ArGV3 vom Arbeit-
gebenden unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
21.4 A rbeitgebende gestalten den Arbeitsablauf zweckmässig, um Unfälle und Krank-
heiten der Arbeitnehmenden zu vermeiden.
22 | A rbeitszeugnis
22.1 Arbeitgebende müssen auf Wunsch der Arbeitnehmenden diesen jederzeit ein
Zeugnis aushändigen. Das Zeugnis spricht sich über die Art und Dauer des
Arbeitsverhältnisses sowie über die Leistungen und das Verhalten der Arbeit-
nehmenden aus.
22.2 Auf besonderes Verlangen der Arbeitnehmenden hat sich das Zeugnis auf Angaben
über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses zu beschränken (Art. 330a OR).
22.3 A m Ende der Anstellung stellen Arbeitgebende den Arbeitnehmenden ein Arbeits-
zeugnis oder auf Wunsch des Arbeitnehmenden eine Arbeitsbestätigung aus.
23 | V erbot von Schwarzarbeit
Arbeitgebende dürfen durch die Beschäftigung von Arbeitnehmenden weder
vorsätzlich noch fahrlässig Verstösse im Sinne von Art. 321a Abs. 3 OR verursachen
oder unterstützen.
XII. Rechte und Pflichten von Arbeitnehmenden
24 | Sorgfaltspflicht
24.1 Arbeitnehmende haben die ihnen übertragene Arbeit sorgfältig auszuführen und
die berechtigten Interessen der Arbeitgebenden in guten Treuen zu wahren.
24.2 Sie haben Maschinen, Arbeitsgeräte, technische Einrichtungen und Anlagen sowie
Fahrzeuge der Arbeitgebenden fachgerecht zu bedienen und diese sowie
15
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Materialien, die ihnen zur Ausführung der Arbeit zur Verfügung gestellt werden,
sorgfältig zu behandeln.
24.3 Arbeitnehmende haben sich für deren Bedienung alle erforderlichen Kenntnisse
anzueignen.
24.4 A rbeitnehmende dürfen geheim zu haltende Tatsachen, wie namentlich Fabrika-
tions- und Geschäftsgeheimnisse, von denen sie im Dienste der Arbeitgebenden
Kenntnis erhalten, während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht verwerten
oder anderen mitteilen; auch nach dessen Beendigung bleiben sie zur Verschwie-
genheit verpflichtet, soweit es zur Wahrung der berechtigten Interessen der
Arbeitgebenden erforderlich ist. Arbeitnehmenden ist es untersagt, fremde Perso-
nen ohne Erlaubnis des Inhabers in den Betrieb einzulassen.
24.5 B eobachtungen und Wahrnehmungen von Tatsachen, die Arbeitgebenden
Schaden zufügen könnten, sind den Betriebsinhabenden, den Vorgesetzten oder
deren Stellvertretung unverzüglich zu melden.
25 | Gesundheitsvorsorge und Unfallverhütung
25.1 Arbeitnehmende unterstützen die Arbeitgebenden in der Gesundheitsvorsorge
und Unfallverhütung. Sie haben die Weisungen der Arbeitgebenden über die Unfall-
verhütung strikte zu befolgen.
25.2 B ei Verletzung der gebotenen Sorgfalt werden die Arbeitnehmenden gegebenen-
falls schadenersatzpflichtig.
26 | Verbot der Schwarzarbeit
26.1 W ährend der Dauer des Arbeitsverhältnisses (inkl. Ferien und Freizeit) dürfen Arbeit-
nehmende keine Arbeit gegen Entgelt für Dritte leisten.
26.2 V erletzungen dieser Bestimmungen können zum Verlust der Ferienvergütungen
führen und berechtigen Arbeitgebende nach schriftlicher Verwarnung, mit Hinweis
auf die Konsequenzen im Wiederholungsfall, zur fristlosen Auflösung des Arbeits-
verhältnisses.
27 | Herausgabepflicht
Bei Beendigung, spätestens am letzten Arbeitstag, des Arbeitsverhältnisses, haben
die Arbeitnehmenden den Arbeitgebenden sämtliche Unterlagen, die sie in Ausübung
ihrer beruflichen Tätigkeit erstellt oder verwendet haben, sowie sämtliche Arbeits-
werkzeuge herauszugeben.
28 | Überstundenarbeit
Bei Bedarf sind Arbeitnehmende zur Leistung von Überstunden verpflichtet,
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
wenn sie sie auszuführen vermögen und sie ihnen nach Treu und Glauben zumutbar
sind (siehe Art. 48 GAV).
29 | Befolgung von Anweisungen
29.1 Arbeitnehmende befolgen Anweisungen des Arbeitgebenden bzw. der von ihnen
bezeichneten Vorgesetzten über die Ausführung der Arbeit in guten Treuen.

29.2 Insbesondere:

• B efolgen sämtlicher für die Branche geltenden Gesetze, Verordnungen, Vorschrif-
ten und Normen
• S orgfältiges und pünktliches Erstatten der vorgeschriebenen Arbeitsrapporte
• K orrektes Benehmen gegenüber allen, mit denen sie in Ausübung ihres Berufes in
Kontakt treten
• U nterlassen aller Handlungen, welche die Arbeitgebenden schädigen oder Anlass
zu Reklamationen geben könnten
• U nterlassen der Konsumation alkoholischer Getränke und anderer Rauschmittel
während der Arbeitszeit
• U nterlassen des Rauchens auf Weisung der Arbeitgebenden auf der Arbeitsstelle
• U nverzügliche Benachrichtigung der Arbeitgebenden oder deren Stellvertretung
bei Arbeitsverhinderung
• B esondere Aufmerksamkeit bei der Ausbildung der ihnen anvertrauten Lernenden
• P ersönliche, insbesondere auch berufliche Weiterbildung
30 | Haftpflicht
30.1 D ie Arbeitnehmenden haften für alle Schäden, die absichtlich oder grobfahrlässig
verursacht werden. Sie sind verpflichtet, Schäden sofort zu melden.
30.2 Das Mass der Sorgfalt, für das die Arbeitnehmenden einzustehen haben, bestimmt
sich nach dem einzelnen Arbeitsverhältnis unter Berücksichtigung des Berufsrisikos,
des Bildungsgrades oder der Fachkenntnisse, die zu der Arbeit verlangt werden,
sowie der Fähigkeiten und Eigenschaften der Arbeitnehmenden, welche die Arbeit-
gebenden gekannt haben oder hätten kennen sollen.
30.3 D ie Schadenersatzforderung ist spätestens 30 Tage nach Feststellung der Haft-
pflichtgrundlagen und des Schadens geltend zu machen.
XIII. Weiterbildung
31 | Persönliche Weiterbildung
31.1 Die dem GAV unterstellten Arbeitnehmenden sind gehalten, sich mit neuen Tenden-
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
zen im Beruf auseinanderzusetzen und sich permanent weiterzubilden.
31.2 Der Arbeitnehmende hat Anspruch auf jährlich drei Tage Bildungsurlaub. Lohn und
Kurskosten sind betriebsintern zu regeln.
32 | S pezielle Weiterbildung
32.1 D ie in Art. 31.2 GAV erwähnten drei Arbeitstage pro Jahr für Weiterbildung im
Beruf können für spezielle Aufgaben um drei weitere Arbeitstage erhöht werden.

Diese Regelung gilt für folgende Arbeitnehmende:

• B erufsexpertinnen und Berufsexperten
• M itglieder von Aufsichtskommissionen im Berufsbildungswesen
• A rbeitnehmende, die nebenamtlich als Lehrlingsausbildende beschäftigt sind
• A rbeitnehmende, die in einem der vertragsbeteiligten Arbeitnehmendenverbände
eine nebenamtliche Funktion haben, sofern sie mindestens fünf Jahre in der
Branche arbeiten
• A rbeitnehmende, die Funktionen im Bereich Mitwirkung oder den verbands-
eigenen Sozialwerken inne haben
32.2 Die Entschädigung ist betriebsindividuell zu regeln. Sofern die speziellen Weiter-
bildungstage von den Arbeitgebenden entlöhnt werden, steht eine allfällige Ent-
schädigung für diese Tätigkeit den Arbeitgebenden zu.
XIV. Arbeitszeit, Ferien, Feiertage, Absenzen
33 | Arbeitszeit
33.1 Die jährliche Arbeitsstundenzahl ist im Lohnregulativ (Art. 54 GAV) festgelegt
und schliesst Absenzstunden für ordentliche Ferien, Feiertage, Militär und Zivil-
schutz ein.
33.2 D ie Jahreseinteilung der Arbeitszeit (Sollstunden) kann saisonabhängig und betriebs-
individuell erfolgen. Sie ist im Sinne einer Planungsvorgabe im Betrieb bekannt
zu geben. In der Planung darf bei den Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus
das Maximum höchstens 50 Stunden betragen.
33.3 Bei Arbeitsspitzen bzw. Arbeitsausfällen kann von der Planungsvorgabe gemäss
Art. 33.2 GAV abgewichen werden.
33.4 Z ur Bewältigung von Arbeitsspitzen bzw. zur Kompensation von Arbeitsausfällen
können Tagesarbeitszeiten von höchstens 11 Stunden angeordnet werden, wobei
die wöchentliche Maximalarbeitszeit für einen angemessenen Zeitraum bis
55 Stunden betragen darf.
33.5 B ei Feiertagen, Ferien sowie individuellen Ausfalltagen infolge Krankheit, Unfall
18
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
und anderer Abwesenheiten werden normalerweise pro Tag die Stunden anhand
der durchschnittlichen Arbeitszeit gemäss dem für das entsprechende Jahr gelten-
den betrieblichen Arbeitszeitkalender bestimmt. In der Betriebsordnung können
aber auch die durchschnittlichen Arbeitszeiten für die Stundenabrechnung fest-
geschrieben werden.
33.6 Beträgt bei auswärtiger Arbeit die tägliche Reisezeit für Hin- und Rückfahrt ab und
zur Sammelstelle 30 Minuten oder weniger, wird diese Reisezeit nicht entschädigt.
Übersteigt sie indessen 30 Minuten, ist die Differenz zu 30 Minuten zum Grundlohn
zu entschädigen.
33.7 K önnen allfällige Überstunden und Überzeit infolge Beendigung des Arbeitsver-
hältnisses nicht mehr mit Freizeit von gleicher Dauer kompensiert werden, sind sie
gemäss Art. 48.2 bzw. 48.5 GAV zu vergüten. Kann ein allfälliges Stundenminus,
das auf Anordnung der Arbeitgebenden entstanden ist, bis zum Austritt der Arbeit-
nehmenden nicht ausgeglichen werden, verfällt dieses zulasten der Arbeitgebenden.
34 | 5-Tage-Woche
Die Arbeitsstunden sind auf fünf Tage in der Woche zu verteilen, mit Ausnahme
der Wochen, in die ein arbeitsfreier Tag fällt, in denen Arbeitsspitzen anfallen oder Aus-
fallstunden kompensiert bzw. vorgeholt werden.
35 | E inhaltung der Arbeitszeit
35.1 D ie Arbeitnehmenden haben die betriebliche Arbeitszeit einzuhalten und ihre
Präsenz im Arbeitsbuch oder auf dem Tagesrapport einzutragen.
35.2 D ie Arbeitnehmenden haben die ausgefallene Arbeitszeit nachzuholen, falls sie
die Arbeit selbstverschuldet und ohne Absprache mit den Arbeitgebenden zu spät
antreten, vorzeitig verlassen oder unterbrechen.
35.3 U nterbruch der täglichen Arbeit / Pausen
• D ie Arbeitszeit muss durch eine unbezahlte Pause unterbrochen werden. Zeit-
punkt und Dauer der Pause legen die Arbeitgebenden einvernehmlich fest.
Während der Pause dürfen die Arbeitnehmenden den Arbeitsplatz verlassen. Die
Pausenzeiten gelten nicht als Arbeitszeit, d.h. sie sind nicht bezahlt.
• D ie Mittagspause soll den lokalen Verhältnissen Rechnung tragen und bis zu einer
Stunde, wenigstens jedoch eine halbe Stunde betragen. Die Mittagspause gilt
nicht als Arbeitszeit.
36 | V orholzeit
Können Arbeitnehmende infolge Krankheit, Unfall oder obligatorischen Wehrdienstes
vorgeholte Arbeitszeit nicht beziehen, so können sie dieselbe nach Absprache mit den
19
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Arbeitgebenden nachträglich beanspruchen.
37 | Feriendauer
37.1 F ür jugendliche Arbeitnehmende bis zum vollendeten 20. Altersjahr beträgt die
Feriendauer 25 Arbeitstage.
37.2 F ür alle übrigen Arbeitnehmenden beträgt die Feriendauer 22 Arbeitstage pro Jahr,
im 1. Jahr der Anstellung jedoch lediglich 20 Arbeitstage.
37.3 I m Jahr des fünfzigsten Geburtstags erhöht sich die Feriendauer dieses Arbeitneh-
menden per erstem Januar dieses Jahres auf insgesamt 25 Arbeitstage.
38 | F erienkürzung / Ferienzeitpunkt
38.1 B ei Abwesenheit bis zu zwei Monaten infolge Militär- und Schutzdienst, Krankheit
oder Unfall darf keine Kürzung der Ferien vorgenommen werden. Bei Absenzen,
die länger als zwei Monate dauern, kann die Ferienberechtigung für jeden weiteren
vollen Monat der Abwesenheit um einen Zwölftel gekürzt werden.
Obligatorische Wiederholungskurse gelten in dieser Berechnung nicht als Absenz.
38.2 Die Arbeitgebenden bestimmen den Zeitpunkt der Ferien und nehmen dabei auf die
Wünsche der Arbeitnehmenden soweit Rücksicht, wie dies mit den Interessen des
Betriebes vereinbar ist.
38.3 E ltern mit Kindern bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit werden nach Möglich-
keit bei der Gewährung von Ferien während den Schulferien bevorzugt.
38.4 In die Ferien fallende Feiertage, für die nach Art. 40 f. GAV eine Entschädigung aus-
zurichten ist, gelten nicht als Ferientage.
39 | Ferienlohn
39.1 Die Arbeitgebenden haben den Arbeitnehmenden für die Ferien den gesamten
dafür entfallenden Lohn zu entrichten.
39.2 D ie Ferien dürfen während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleis-
tungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden. Dagegen kann austreten-
den Arbeitnehmenden, die ihre Ferien nicht während der Kündigungsfrist beziehen
können, ihr Anspruch beim Austritt vergütet werden.
39.3 Wird das Dienstverhältnis aufgelöst und haben die Arbeitnehmenden ihre Ferien für
das laufende Jahr bereits bezogen, so sind die Arbeitgebenden berechtigt, die zu viel
bezogenen Ferien vom letzten Lohnguthaben der Arbeitnehmenden abzuziehen.
39.4 Es ist den Arbeitnehmenden untersagt, während der Ferien entgeltliche Arbeit für
Dritte zu leisten. Bei Zuwiderhandlung sind die Arbeitgebenden berechtigt, den
Ferienlohn zu verweigern oder den bereits ausbezahlten Ferienlohn zurückzuver-
langen.
20
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
40 | Feiertage
40.1 Jährlich werden 9 gesetzlich anerkannte Feiertage (inkl. 1. August), die auf einen
Arbeitstag fallen, ohne Nachholen der Arbeitszeit mit 100% des Taglohnes ent-
schädigt. Massgebend sind die offiziellen Feiertage des Kantons, in dem der Betrieb
liegt.
40.2 Die Arbeitgebenden haben die im jeweiligen Kantonsgebiet geltenden Feiertage,
die entschädigt werden, im Betrieb bekannt zu geben.
40.3 A llfällige weitere kantonale oder kommunale öffentliche Feier- oder Ruhetage sind
nicht entschädigungspflichtig.
41 | F eiertagsentschädigung
41.1 D ie Feiertagsentschädigung bemisst sich nach den ausfallenden Normalarbeits-
stunden zum normalen Lohn.
41.2 E ntschädigungspflichtige Feiertage, die in die Ferien fallen, werden vergütet und
sind nicht als Ferientage anzurechnen.
41.3 F eiertage, die auf einen arbeitsfreien Sonntag oder einen arbeitsfreien Tag fallen,
können nicht nachbezogen werden. Dasselbe gilt für die Feiertage während Krank-
heit, Unfall, Militärdienst und unbezahlten Urlaubes.
42 | Berechnung Ferien- und Feiertagsentschädigung
Zur Berechnung der Entschädigung für Ferien, Feiertage, Absenzen usw. ist auf die
Bemessungsgrundlage im Lohnregulativ (Punkt 2) zurückzugreifen.
43 | Absenzen bei speziellen Vorkommnissen

43.1 D en Arbeitnehmenden werden folgende Absenzen zum normalen Lohn vergütet:

Tagesverdienste
bei Heirat 2
bei Geburt eigener Kinder 3
bei Todesfall von Ehegatten, Eltern und Kindern 3
bei Todesfall von Schwiegereltern und Geschwistern 1
bei Wohnungswechsel (pro Jahr) 1

43.2 Die Entschädigung für die Absenz ist in der Höhe des darauf entfallenden Lohnes zu
entrichten. Dabei kommt der Stundensatz gemäss Art. 45.2 GAV zur Anwendung.
21
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
XV. Löhne, Zuschläge
44 | Leistungslohn
44.1 Der Bruttolohn soll dem Arbeitsplatz, der Persönlichkeit und der Leistung der Arbeit-
nehmenden sowie den üblichen, vereinbarten Ansätzen entsprechen.
44.2 Vorbehalten bleiben die Lohnveränderungen gemäss Art. 54 GAV.
45 | Stunden-, Monats- und Jahreslohn
45.1 D er Lohn wird zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden in der Regel als
Monatslohn vereinbart.
45.2 D er Stundenlohn ergibt sich aus der Division des Monatssalärs durch die im Lohn-
regulativ vereinbarte monatliche Arbeitszeit.
45.3 A lle Arbeitnehmenden erhalten per Ende jeder Abrechnungsperiode – mindestens
aber zweimal pro Jahr – eine Abrechnung über die geleisteten Arbeitsstunden.
45.4 Bei Austritt der Arbeitnehmenden während des laufenden Jahres wird eine Schluss-
abrechnung erstellt.
45.5 Sofern diese Schlussabrechnung für die Arbeitnehmenden ein Stundenminus auf-
zeigt, kann diese fehlende Zeit während der Kündigungsfrist nachgeholt werden.
Kann ein Stundenminus, welches auf Anordnung der Arbeitgebenden entstanden
ist, bis zum Austritt der Arbeitnehmenden nicht ausgeglichen werden, verfällt die-
ses zulasten der Arbeitgebenden (Art. 324 OR).
46 | Mindestlöhne
46.1 Die Löhne entsprechen mindestens den im Lohnregulativ (Art. 54 GAV) aufgeführ-
ten Ansätzen (Mindestlöhne).
46.2 Für Mitarbeitende mit einer Minderleistungsfähigkeit können die Mindestlöhne
mit einer zwischen den Arbeitnehmenden und den Arbeitgebenden gegenseitig
unterzeichneten Vereinbarung unterschritten werden. Sofern die Arbeitnehmenden
zusätzlich eine Vergütung einer behördlichen Stelle (IV, Sozialamt usw.) erhalten
und damit den Mindestlohn erreichen, muss die Vereinbarung nicht der paritäti-
schen Kommission eingereicht werden.
In allen anderen Fällen muss die Vereinbarung der paritätischen Kommission zur
Genehmigung eingereicht werden.
46.3 Kategorien von Arbeitnehmenden, siehe Tabelle Seite 23
* G elernte Berufsarbeitende mit kürzerer ausländischer Lehrzeit als in der Schweiz können während der Dauer der Differenz der
Lehrzeit in die untere Lohneinteilung eingestuft werden.

    • G ärtner / in EFZ einer anderen gärtnerischen Fachrichtung als Garten- und Landschaftsbau können in den ersten beiden Jahren
      wie ein Gärnter / in mit Eidg. Berufsattest entlöhnt werden.
      22
      Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
      Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus
      Einteilung Definition
      Vorarbeitende / Arbeitnehmende, welche eine anerkannte höhere Fachausbildung
      Obergärtner / in (Gärtner-Polier, Grünpflegespezialist u.Ä.) mit Erfolg absolviert haben
      oder die vom Arbeitgebenden als Vorarbeitende anerkannt sind
      Kundengärtner / in Arbeitnehmende, welche eine anerkannte Fachausbildung mit
      Erfolg absolviert haben oder die vom Arbeitgebenden offiziell als
      Kundengärtner / innen anerkannt sind
      Gärtner / in mit Eidg Arbeitnehmende mit Lehrabschluss (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder
      Fähigkeitszeugnis gleichwertiger ausländischer Fähigkeitsausweis) und mindestens 3
      und mehr als 3 Jahren und mehr Jahren Berufserfahrung in der Branche
      Berufserfahrung
      Gärtner / in mit Arbeitnehmende mit Lehrabschluss (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder
      Eidg. Fähigkeitszeugnis
      gleichwertiger ausländischer Fähigkeitsausweis)
      Gärtner / in mit Arbeitnehmende, welche das Eidgenössische Berufsattest Gärtner
      Eidg. Berufsattest Garten- und Landschaftsbau erworben haben
      Gartenarbeitende Arbeitnehmende ohne Lehrabschluss und ohne
      branchenspezifische Erfahrung
      Übrige Betriebe
      Einteilung Definition
      Obergärtner / in Arbeitnehmende, welche eine anerkannte höhere Fachausbildung
      ( Gärtner-Polier, Grünpflegespezialist u.Ä.) mit Erfolg absolviert haben
      oder die vom Arbeitgebenden als Vorarbeitende anerkannt sind
      Gärtner / in mit Eidg. Arbeitnehmende mit Lehrabschluss (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder
      Fähigkeitszeugnis gleichwertiger ausländischer Fähigkeitsausweis) und mindestens 3
      und mehr als 3 Jahren und mehr Jahren Berufserfahrung in der Branche
      Berufserfahrung
      Gärtner / in mit Arbeitnehmende mit Lehrabschluss (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder
      Eidg. Fähigkeitszeugnis gleichwertiger ausländischer Fähigkeitsausweis
      )
      Gärtner / in mit Arbeitnehmende, welche das Eidgenössische Berufsattest Gärtner
      Eidg. Berufsattest Pflanzenproduktion erworben haben
      Gärtnereimitarbeitende Arbeitnehmende ohne Lehrabschluss und ohne branchenspezifische
      Erfahrung
      Praktikanten Arbeitnehmende im Rahmen des Programms des Schweizerischen
      Bauernverbandes

23
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
46.4 A ndere, hier nicht weiter aufgeführte Kategorien von Arbeitnehmenden können
individuell zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden ausgehandelt werden.
47 | 1 3. Monatslohn
47.1 D ie Arbeitnehmenden erhalten als 13. Monatslohn 100% des durchschnittlichen
Monatslohnes berechnet auf der Grundlage der Jahressollarbeitszeit gemäss Lohn-
regulativ.
47.2 D er 13. Monatslohn wird spätestens im Dezember des Jahres ausbezahlt, für das er
geschuldet ist; bei Austritt der Arbeitnehmenden im Austrittsmonat.
47.3 H at das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr gedauert, wird die Zulage pro rata
temporis ausbezahlt. Ein Pro-rata-Anspruch besteht bei festen, unbefristeten
Arbeitsverträgen, die mehr als 3 Monate, bei allen anderen, die mehr als 6 Monate
gedauert haben.
47.4 Sind die Arbeitnehmenden während eines Dienstjahres aus irgendwelchen Gründen
um insgesamt mehr als zwei Monate an der Arbeitsleistung verhindert, so kann
die Jahresendzulage für jeden weiteren Monat der Verhinderung um einen Zwölftel
gekürzt werden.
48 | Überstunden und Überzeit
48.1 Überstunden sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Wird aber die Leistung von Über-
stunden notwendig und angeordnet, so sind die Arbeitnehmenden dazu soweit
verpflichtet, als sie sie zu leisten vermögen und sie ihnen nach Treu und Glauben
zugemutet werden können.
48.2 Als entschädigungspflichtige Überstunden gelten jene Stunden, welche innerhalb
der Grenzen der Tagesarbeitszeit gemäss Art. 49 GAV geleistet werden und die
Jahresarbeitszeit überschreiten. Überstunden sind durch Freizeit gleicher Dauer
(Verhältnis 1:1) innerhalb des folgenden Jahres zu kompensieren. Ist eine Kompensa-
tion aus betrieblicher Sicht nicht möglich, sind die Überstunden bei vollzeitbeschäf-
tigten Festangestellten ohne Kaderstufe mit einem Zuschlag von 25% auszuzahlen.
Überstunden von Angehörigen der Kaderstufe müssen betriebsindividuell geregelt
werden.
48.3 Ist eine Kompensation möglich, wünschen die Arbeitnehmenden jedoch die Aus-
zahlung, entscheiden die Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der betrieblichen
Situation, ob die Überstunden durch Freizeit auszugleichen oder ohne Zuschläge
auszuzahlen sind.
48.4 Bei Ein- und Austritten während des Jahres (zwischen zwei Stichtagen) sind
Über- / Fehlzeiten pro rata der Jahres-Sollzeit zu ermitteln. Fehlzeiten, die in Zusam-
menhang mit der Planvorgabe stehen und infolge einer Kündigung arbeitgebender-
24
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
seits nicht ausgeglichen werden können, werden nicht in Abzug gebracht.
48.5 Als Überzeit gelten Stunden, welche über die im Arbeitsgesetz festgelegte
Höchstarbeitszeit von 50 Stunden hinaus geleistet werden. Überzeitarbeit, die nicht
kompensiert werden kann, muss mit 125% vergütet werden.
49 | W ochenenddienst / Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit
Für die Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit wird ein Zeit- bzw. Lohnzuschlag wie folgt

gutgeschrieben:

Sonn- u. Feiertage: Vortag 23.00–23.00 Uhr 50%
Nachtarbeit: von 23.00 bis 06.00 Uhr 25%
Ist bei einem Produktions- oder Verkaufsbetrieb Sonntagsarbeit im Arbeitsvertrag für
bestimmte Sonntage festgeschrieben, entfällt ein Zuschlag.
Die Betriebe können den Beginn und das Ende der Nachtarbeit auch von 22.00 bis 05.00
Uhr festlegen, wenn die Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmenden dem zustimmt
(Art. 10 Abs. 2 ArG).
50 | Spesen bei auswärtiger Arbeit
50.1 Die Arbeitgebenden haben den Arbeitnehmenden alle durch die Ausführung der
Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen, bei Arbeit an auswärtigen
Arbeitsorten auch die für den Unterhalt erforderlichen Aufwendungen (effektive
Auslagen).

50.2 Spesen für Verpflegung:

Der Betrieb sorgt nach Möglichkeit für ausreichende Verpflegungsmöglichkeiten.
Fehlen diese oder können Arbeitnehmende in der Mittagspause nicht nach Hause
oder in den Betrieb zurückkehren, ist ihnen eine Mittagessensentschädigung
gemäss dem Ansatz im Lohnregulativ auszurichten.
50.3 Die Vertragsparteien können durch schriftliche Abrede eine Pauschale für die
Auslagen verabreden oder ein Spesenreglement als integrierten Vertragsbestandteil
erklären.
51 | S pesen für die Benützung eines privaten Fahrzeuges
51.1 Arbeitgebende und Arbeitnehmende können vereinbaren, dass Arbeitnehmende
für Geschäftsfahrten das Privatauto benützen. In diesem Fall wird ihnen eine ange-
messene Entschädigung ausgerichtet.
Dabei wird der übliche Arbeitsweg (Wohnort zur üblichen Betriebsstätte) in Abzug
gebracht.
25
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
51.2 Die Kilometerentschädigung ist im Lohnregulativ festgehalten. Arbeitgebende und
Arbeitnehmende können auch eine Pauschalentschädigung vereinbaren.
52 | Kost und Logis
52.1 Arbeitnehmende dürfen nicht gezwungen werden, Verpflegung und Unterkunft bei
Arbeitgebenden zu beziehen.
52.2 Werden Arbeitnehmenden Verpflegung und Unterkunft abgegeben, so darf pro
Monat der im Lohnregulativ festgehaltene Pauschalbetrag verrechnet werden. Es
wird empfohlen, dies im Anstellungsvertrag festzuhalten. Wird nur teilweise
Verpflegung und Unterkunft abgegeben, gelten die entsprechenden Ansätze im
Lohnregulativ.
53 | L ohnzahlung
53.1 Die Lohnzahlung erfolgt spätestens drei Werktage nach Abschluss der im Betrieb
üblichen Zahltagsperiode in Schweizer Franken. Den Arbeitnehmenden ist monat-
lich eine vollständige Lohnabrechnung auszuhändigen.
53.2 Reklamationen wegen Lohnzahlung, Überzeitentschädigung oder Spesenvergütung
sind in jedem Falle sofort anzubringen.
53.3 Forderungen der Arbeitgebenden, welche aus dem Arbeitsverhältnis erwachsen
(Schadenersatzforderungen), dürfen ohne Einverständnis der Arbeitnehmenden
nicht mit ihren Lohnforderungen verrechnet werden. Bei Streitigkeiten über entspre-
chende Forderungen haben Arbeitgebende den normalen Rechtsweg einzuhalten.
54 | L ohnverhandlungen
Das Lohnregulativ (separate Beilage) wird alljährlich durch die Vertragsparteien über-
prüft und unter Berücksichtigung des Landesindex der Konsumentenpreise angepasst.
XVI. Sozialleistungen
55 | Lohnfortzahlungspflicht bei Verhinderung durch Krankheit
55.1 Bei befristeten Arbeitsverhältnissen, die für mehr als drei Monate eingegangen sind,
besteht eine beschränkte Lohnfortzahlungspflicht, wenn Arbeitnehmende ohne
Verschulden durch Krankheit an der Arbeit verhindert sind und ein ärztliches Zeug-
nis beibringen. Dabei besteht im Sinne von Art. 324a OR Anspruch auf 100% Lohn ab

dem ersten Tag gemäss der Berner Skala. Diese schreibt folgende Fristen vor:

26
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Dienstzeit (inkl. Lehrzeit) Lohnzahlung
im gleichen Betrieb pro Dienstjahr
1 Jahr 3 Wochen
2 Jahre 4 Wochen
55.2 Diese Skala kommt zur Anwendung, wenn keine Krankentaggeldversicherung ge-
mäss Art. 55.3 GAV abgeschlossen ist.
55.3 Für Arbeitnehmende, welche in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen,
müssen Arbeitgebende eine Krankentaggeldversicherung abschliessen.
Dabei müssen die einzelnen Arbeitnehmenden für ein Krankentaggeld von 80%
des Lohnes versichert sein.
55.4 D ie Krankentaggeldversicherung kann für Krankheiten, die bei Versicherungsbeginn
bestehen, eine Leistungsbeschränkung vorsehen. Das Gleiche gilt für zurückliegende
Krankheiten, sofern diese erfahrungsgemäss zu Rückfällen führen können.
55.5 D ie Versicherungsleistungen müssen 90 Tage nach Eintritt in den Betrieb während
720 Tagen innerhalb von 900 aufeinanderfolgenden Tagen ausgerichtet werden.
Arbeitnehmende haben für die ersten zwei Tage keinen Lohnanspruch.
55.6 Wird eine längere Wartefrist als zwei Tage mit der Versicherung vereinbart,
sind die Arbeitgebenden verpflichtet, die Lohnzahlung ab dem dritten Tag zu 80%
des Lohnes zu entrichten.
55.7 D ie Hälfte der Prämie auf der Basis 80% des Lohnes ab drittem Tag geht zulasten
der Arbeitnehmenden.
55.8 B ei teilweiser Arbeitsunfähigkeit ist das Krankentaggeld proportional auszurichten,
sofern die Arbeitsverhinderung mindestens 50% beträgt.
55.9 Für Einzelheiten und Sonderfälle gelten ausdrücklich die Regelungen der in Kraft
stehenden Versicherungsverträge bzw. Reglemente.
55.10 D er Prämienanteil der Arbeitnehmenden wird vom Lohn in Abzug gebracht und
von den Arbeitgebenden zusammen mit der Arbeitgebendenprämie dem Versiche-
rer überwiesen.
56 | L ohnfortzahlung bei Mutterschaft
Bei Mutterschaft kommen die Regelungen des Erwerbsersatzgesetzes (Art. 16 EOG)
zur Anwendung.
57 | Vertrauensarzt
Arbeitnehmende haben den genügenden Nachweis ihrer Krankheit selbst zu erbringen.
Ab dem dritten Krankheitstag hat dieser Nachweis durch ein Arztzeugnis zu erfolgen.
27
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Den Arbeitgebenden bzw. der Krankentaggeldversicherung steht ausdrücklich das
Recht zu, auf die Konsultation eines bezeichneten Vertrauensarztes / einer Vertrauens-
ärztin zu bestehen. Arbeitgebende sind verpflichtet, die Arbeitnehmenden über die
Versicherungsbedingungen zu informieren.
58 | K rankenkasse
Die Versicherung für Ärzte und Arznei (Krankenpflege) ist Sache der Arbeitnehmenden.
59 | Unfallversicherung / Verhinderung durch Unfall
59.1 A rbeitgebende sind verpflichtet, die Arbeitnehmenden gegen Berufs- und
Nichtberufsunfall nach Massgabe des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(SR 832.2) zu versichern.
59.2 D ie Prämien für die Berufsunfallversicherung sind von den Arbeitgebenden zu
tragen, diejenigen für die Nichtberufsunfallversicherung von den Arbeitnehmenden.
59.3 A rbeitnehmende haben bei Berufs- und Nichtberufsunfällen Anspruch auf ein
Taggeld von 80% des versicherten Verdienstes ab dem ersten Tag. Sofern die Ver-
sicherung Leistungen erst ab dem dritten Tag ausrichtet, wird der Lohnausfall
für die ersten zwei nicht versicherten Unfalltage (Karenzfrist) von den Arbeit-
gebenden getragen.
60 | L ohnzahlung bei Militär-, Zivil- und Zivilschutzdienst
60.1 W ährend des obligatorischen schweizerischen Militär- und Schutzdienstes haben

Arbeitnehmende Anspruch auf folgende Entschädigungen:

siehe Tabelle Seite 29
60.2 D ie Leistungen gemäss BG über die Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende
in Armee und Zivilschutz (SR 834.1) fallen, soweit sie die Ansätze in Absatz 1 nicht
übersteigen, den Arbeitgebenden zu.
61 | Tod der Arbeitnehmenden
61.1 Mit dem Tod der Arbeitnehmenden erlischt das Arbeitsverhältnis.
61.2 Arbeitgebende haben jedoch den Lohn für einen weiteren Monat und nach fünf-
jähriger Dienstdauer für zwei weitere Monate, gerechnet vom Todestag an, zu ent-
richten, sofern die Arbeitnehmenden den Ehegatten oder minderjährige Kinder oder
bei Fehlen von Erbenden andere Personen hinterlassen, denen gegenüber sie eine
Unterstützungspflicht erfüllt haben.
62 | T od der Arbeitgebenden
62.1 M it dem Tod der Arbeitgebenden geht das Arbeitsverhältnis auf die Erbenden über;
28
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
Arbeitnehmende ohne Arbeitnehmende mit
Unterstützungspflicht Unterstützungspflicht und / oder
Verheiratete
Während der RS 60 Prozent 80 Prozent
als Rekrut / in
Während anderweitigen 80 Prozent 100 Prozent
obligatorischen Dienstleistungen
(z.B. WK, MFD, Schutzdienst) bis
zu 4 Wochen pro Kalenderjahr
Durchdienende während der 60 Prozent 80 Prozent
Grundausbildung
Durchdienende nach der 80 Prozent 80 Prozent
Grundausbildung
Für die über 4 Wochen 80 Prozent 100 Prozent
hinausgehende Zeit von
obligatorischen Dienstleistungen
Arbeitnehmende, welche an Stelle 60 Prozent 80 Prozent
von Militärdienst einen zivilen
Ersatzdienst leisten, erhalten
während 18 Wochen folgende

Vergütung:

Zivilschutz in der Grundausbildung 60 Prozent 80 Prozent
während 2 Wochen
Zivilschutz nach der 80 Prozent 100 Prozent
Grundausbildung
Für die darüberliegende Zeit besteht lediglich ein Anspruch auf die Leistungen gemäss der Erwerbsersatzordnung.
die Vorschriften betreffend den Übergang des Arbeitsverhältnisses bei Betriebs-
nachfolge sind sinngemäss anwendbar (Art. 333 OR).
62.2 Ist das Arbeitsverhältnis wesentlich mit Rücksicht auf die Person der Arbeitge-
benden eingegangen worden, so erlischt es mit deren Tod; jedoch können Arbeit-
nehmende angemessenen Ersatz für den Schaden verlangen, der ihnen infolge
der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses erwächst.
29
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
63 | Personalvorsorge (2. Säule)
63.1 Die Arbeitnehmenden sind gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 zu versichern.
63.2 Die Beiträge für die Pensionskasse gehen je zur Hälfte zulasten der Arbeitgebenden
und der versicherten Arbeitnehmenden.
XVII. Kündigung
64 | Kündigung im Allgemeinen
64.1 I st das Arbeitsverhältnis nicht für eine bestimmte Zeit eingegangen und geht
eine solche auch nicht aus dem angegebenen Zweck der Arbeit hervor, so kann es
von jeder Arbeitsvertragspartei gekündigt werden.
64.2 Für Arbeitgebende und Arbeitnehmende dürfen keine verschiedenen Kündigungs-
fristen festgesetzt werden; bei widersprechender Abrede gilt für beide die längere
Frist.
64.3 D ie Kündigung ist auf das Ende eines Monats zu erklären. Sie muss dem Empfänger
spätestens am letzten Arbeitstag vor Beginn der Kündigungsfrist zukommen.
Die Kündigung muss in Schriftform per Einschreibebrief erfolgen oder muss visiert
werden.
65 | Probezeit
65.1 Der erste Monat nach der Anstellung gilt als Probezeit, innert welcher das Arbeits-
verhältnis jederzeit mit sieben Kalendertagen Kündigungsfrist gekündigt werden
kann. Die Probezeit kann maximal auf drei Monate verlängert werden. Die Ver-
längerung muss schriftlich erfolgen.
65.2 Bei einer effektiven Verkürzung der Probezeit infolge Krankheit, Unfall oder
Erfüllung einer nicht freiwillig übernommenen gesetzlichen Pflicht erfolgt eine
entsprechende Verlängerung der Probezeit.
66 | K ündigung nach der Probezeit
66.1 Das Arbeitsverhältnis kann im ersten Dienstjahr mit einer Kündigungsfrist von
einem Monat, im zweiten bis und mit dem neunten Dienstjahr mit einer Frist von
zwei Monaten und nachher mit einer Frist von drei Monaten je auf das Ende eines
Monats gekündigt werden. Zur Berechnung der Kündigungsfrist ist das jeweilige
Dienstjahr massgebend, in welchem die Kündigung der Gegenseite zugegangen ist.
66.2 D iese Fristen dürfen durch schriftliche Abrede abgeändert, nicht aber unter einen
Monat herabgesetzt werden.
30
Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
66.3 Auf bestimmte Zeit abgeschlossene Arbeitsverhältnisse können nur aus wichtigen
Gründen aufgelöst werden.
66.4 W ird nach der Lehrzeit das Anstellungsverhältnis im gleichen Betrieb fortgesetzt, so
wird für die Berechnung der Kündigungsfrist die Dauer der Lehrzeit miteinbezogen.
67 | B egründung der Kündigung, missbräuchliche Kündigung
67.1 Kündigungen sind schriftlich zu begründen, sofern die Gegenpartei dies verlangt.
67.2 Als missbräuchlich gelten Kündigungen wegen
• p ersönlichen Eigenschaften,
• A usübung verfassungsmässiger Rechte,
• V ereitelung von Ansprüchen,
• G eltendmachung von Ansprüchen nach Treu und Glauben,
• o bligatorischem schweizerischem Militär- und Schutzdienst,
• Z ugehörigkeit / Tätigkeit gewerkschaftlicher Art,
• A rbeitnehmende-Funktion in betrieblicher Einrichtung.
67.3 Die Partei, welche das Arbeitsverhältnis missbräuchlich kündigt, hat der anderen
Partei eine Entschädigung auszurichten. Die Entschädigung wird vom Richter unter
Würdigung aller Umstände festgesetzt, darf aber den Betrag nicht übersteigen, der
dem Lohn der Arbeitnehmenden für sechs Monate entspricht.
67.4 W er gemäss Art. 67.3 GAV eine Entschädigung geltend machen will, muss gegen die
Kündigung längstens bis zum Ende der Kündigungsfrist beim Kündigenden schrift-
lich Einsprache erheben.
67.5 F alls sich die Parteien nicht einigen können, kann innert 180 Tagen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses Klage erhoben werden, andernfalls gelten die Ansprüche
aus missbräuchlicher Kündigung als verwirkt.
68 | K ündigung zur Unzeit durch den Arbeitgebenden
68.1 N ach Ablauf der Probezeit darf der Arbeitgebende das Arbeitsverhältnis nicht
kündigen,
• w ährend die andere Partei obligatorischen schweizerischen Militär- und Schutz-
dienst oder schweizerischen Zivildienst leistet sowie, sofern die Dienstleistung
mehr als elf Tage dauert, während vier Wochen vorher und nachher,
• w ährend Arbeitnehmende ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch
Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert sind, und zwar im
ersten Dienstjahr während 30 Tagen, ab zweitem bis und mit fünftem Dienstjahr
während 90 Tagen, ab sechstem Dienstjahr während 180 Tagen,
• w ährend der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Niederkunft einer
Arbeitnehmenden,
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Gesamtarbeitsvertrag der Grünen Branche
• w ährend Arbeitnehmende mit Zustimmung von Arbeitgebenden an einer von der
zuständigen Bundesbehörde angeordneten Dienstleistung für eine Hilfsaktion im
Ausland teilnehmen.
68.2 D ie Kündigung, die während einer der in Art. 68.1 GAV festgesetzten Sperrfristen
erklärt wird, ist nichtig; ist dagegen die Kündigung vor Beginn einer solchen Frist
erfolgt, aber die Kündigungsfrist bis dahin noch nicht abgelaufen, so wird deren
Ablauf unterbrochen und erst nach Beendigung der Sperrfrist fortgesetzt.
68.3 G ilt für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Endtermin, wie das Ende eines
Monats oder einer Arbeitswoche, und fällt dieser nicht mit dem Ende der vorgesetz-
ten Kündigungsfrist zusammen, so verlängert sich diese bis zum nächstfolgenden
Endtermin.
69 | K ündigung zur Unzeit durch Arbeitnehmende / Kündigungsverbot
für Arbeitnehmende
69.1 N ach Ablauf der Probezeit dürfen Arbeitnehmende das Arbeitsverhältnis nicht
kündigen, wenn Vorgesetzte, deren Funktion sie auszuüben vermögen, oder Arbeit-
gebende selbst unter den im Art. 336c Abs. 1 lit. a OR angeführten Voraussetzungen
an der Ausübung der Tätigkeit verhindert sind und Arbeitnehmende deren Tätigkeit
während der Verhinderung zu übernehmen haben.
69.2 A rt. 336c Abs. 2 und 3 OR sind entsprechend anwendbar.
70 | F ristlose Entlassung
Aus wichtigen Gründen können sowohl Arbeitnehmende als auch Arbeitgebende das
Arbeitsverhältnis jederzeit fristlos auflösen. Als wichtiger Grund gilt jeder Umstand,
bei dessen Vorhandensein den Kündigenden die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses
nach Treu und Glauben nicht mehr zugemutet werden kann. Als wichtige Gründe
gelten namentlich – trotz schriftlicher Verwarnung – fortgesetztes, unentschuldigtes
Wegbleiben von der Arbeit, Arbeitsverweigerung sowie grobe Verletzung der Sorgfalts-
pflicht und ungebührliches Betragen. Auf Wunsch der Gekündigten muss die Kündi-
gung schriftlich begründet werden.
71 | U ngerechtfertigte fristlose Entlassung
71.1 Entlassen Arbeitgebende Arbeitnehmende fristlos ohne wichtigen Grund, so haben
diese Anspruch auf Ersatz dessen, was sie verdient hätten, wenn das Arbeitsver-
hältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist oder durch Ablauf der
bestimmten Vertragszeit beendigt worden wäre.
71.2 Arbeitnehmende müssen sich daran anrechnen lassen, was sie infolge der Beendi-
gung des Arbeitsverhältnisses erspart haben und was sie durch anderweitige Arbeit
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verdient oder zu verdienen absichtlich unterlassen haben.
71.3 D er Richter kann Arbeitgebende verpflichten, Arbeitnehmenden eine Entschädigung
zu bezahlen, die er nach freiem Ermessen unter Würdigung aller Umstände festlegt;
diese Entschädigung darf jedoch den Lohn von Arbeitnehmenden für sechs Monate
nicht übersteigen.
72 | Nichtantritt der Stelle / Nichtantritt oder fristloses Verlassen der
Arbeitsstelle
72.1 T reten Arbeitnehmende ohne wichtigen Grund die Arbeitsstelle nicht an, so haben
Arbeitgebende Anspruch auf eine Entschädigung, die einem Viertel des Lohnes
für einen Monat entspricht; ausserdem haben sie Anspruch auf Ersatz weiteren
Schadens.
72.2 V erlassen Arbeitnehmende die Stelle fristlos, so haben Arbeitgebende Anspruch
auf eine Entschädigung, die einem Viertel des Lohnes für einen Monat entspricht;
ausserdem haben sie Anspruch auf Ersatz weiteren Schadens.
72.3 I st Arbeitgebenden kein Schaden oder ein geringerer Schaden erwachsen als
der Entschädigung gemäss dem vorstehenden Absatz, so kann sie der Richter nach
seinem Ermessen herabsetzen.
72.4 Erlischt der Anspruch auf Entschädigung nicht durch Verrechnung, so ist er durch
Klage oder Betreibung innert 30 Tagen seit dem Nichtantritt oder dem Verlassen der
Arbeitsstelle geltend zu machen; andernfalls ist der Anspruch verwirkt.
73 | B esitzstandgarantie
Bisher gewährte weiter gehende Arbeitgebenden-Leistungen dürfen durch die
Einführung dieses GAV nicht gekürzt werden.
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Aarau, 3. Dezember 2014
JardinSuisse, Branchenverband Grüne Berufe
Unternehmerverband Gärtner Schweiz Schweiz

Olivier Mark Barbara Joerg
Zentralpräsident JS Zentralpräsidentin GBS

Carlo Vercelli Michael Vogt
Geschäftsführer JS Mitglied Verhandlungsdelegation

GBS

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